Update Januar 2010

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In seinem Roman Les Enfants du Limon läßt Raymond Queneau einen seiner Protagonisten an einer Enzyklopädie der 'literarischen Irren' arbeiten. Er referiert sein Projekt den Verwandten:

"…ich nenne 'literarischen Irren' einen - gedruckten Autor, gedruckt, das ist wesentlich."
"Warum?" fragte man.
"Weil das beweist, daß er sich genügend gesellschaftliche Anpassungsfähigkeit bewahrt hat, um nicht eingesperrt zu werden und um ein Buch zu veröffentlichen, was, wie ich glaube, eine ziemlich komplexe Tätigkeit ist…"

Sollte sich ein 'literarischer Irrer' zum sine causa Verlag begeben und sein Mansuskript würde dort die Hürde der Imprimatur überwinden, so verlöre er seinen Status als 'literarischer Irrer' und würde zum 'normalen Irren', denn trotz der Komplexität, die es braucht, ein Buch zu veröffentlichen, müßte er bei sine causa - zumindest was seinen Text betrifft - keine gesellschaftliche Anpassungsfähigkeit an den Tag legen.

"Da seine Ideen, soweit sie nicht müßige Hirngespinste bedeuten, nichts als noch nicht geborene Wirklichkeiten sind, hat natürlich auch er Wirklichkeitssinn; aber es ist ein Sinn für die mögliche Wirklichkeit und kommt viel langsamer ans Ziel als der den meisten Menschen eignende Sinn für ihre wirklichen Möglichkeiten."
(Robert Musil)

Es gibt viele Bücher, die wichtig wären, aber keinen Markt haben. Wir beabsichtigen nicht, unseren Autoren eine Nische zu schaffen, sondern einen Markt. Godard hat ja bei seinen Filmen auch das Kino im Sinn, und nicht das Museum.

Der sine causa Verlag ist jeglichem Genre offen, aber nicht – was sich von selbst versteht – jeglicher Intention.

| Herbert Neidhöfer | Bernd Ternes | Christina von Rotz | Andreas Hellmann |

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